Zelten im Wald

Darf man im Wald ein Zelt aufbauen um eine Nacht in der Natur zu verbringen? Die Antwort in Deutschland und Österreich ist grundsätzlich „nein“. Es gibt aber einige Möglichkeiten um legal im Wald zu übernachten!

Wildcampen in Österreich

In Österreich wird das Campieren auf der Ebene der Bundesländer geregelt. Das Bundesland Tirol ist sehr streng, die Steiermark hat viele legale Wildcamping Gebiete und Vorarlberg lässt die Bürgermeister vor Ort entscheiden.

Tipp: Viele Vorarlberger Gemeinden haben auf ihrer Webseite sogenannte Campingplatzverordnungen mit Karten. Hier kann man ablesen, wo man ungestraft ein Zelt aufstellen darf.

Das Wildcampen im Wald ist allerdings laut Forstgesetz verboten.

„Das Lagern (längerer Aufenthalt an einem bestimmten Platz) bei Dunkelheit oder das Zelten im Wald ist jedoch, genauso wie das Campieren mit Wohnwagen oder das Übernachten in einem Fahrzeug, grundsätzlich verboten“

Österreichisches Forstgesetz

Wer auf Nummer sicher geht, sucht sich in Vorarlberg eine Gemeinde die laut Campingplatzverordnung legale Gebiete ausweist und bleibt dann für eine Nacht am Waldrand.

Besonders hartes Vorgehen gegen Wildcamper in Tirol

Tirol hat Wildcampern den Kampf angesagt (ORF Tirol). Ehrenamtliche Mitglieder der Bergwacht suchen aktiv nach Menschen die im Zelt oder Wohnwagen übernachten.  Jede Person die dabei erwischt wird muss mit einer Geldstrafe von 220 Euro rechnen.

Das Ganze ist natürlich kein Zufall. Laut Tiroler Campingplatzgesetz fließen die Einnahmen der Gemeinde zu. Ehrenamtliche Personen auf die Suche nach Naturfreunden zu schicken ist also ein gewinnbringendes Geschäftsmodell für die betreffenden Gemeinden.

Schlafen im Freien

In den meisten deutschen Bundesländern ist das Zelten im Wald verboten, das Übernachten ohne Zelt aber nicht. Man kann sich also Isomatte, Schlafsack und Tarp schnappen und im freien übernachten. Auch eine Hängematte sollte keine großen Probleme bereiten.

Für Deutschland und Österreich gilt, dass das Lagern und Campieren im Naturschutzgebiet verboten ist.

Erwischt beim Lagerbau und Waldcampen?

Wenn man mit einem Zelt beim Wildcampen im Wald erwischt wird ist das eine Verwaltungsübertretung. Also ähnlich wie wenn man bei Rot über die Ampel geht. Wenn man nichts kaputt macht, kein Feuer macht und keinen Müll hinterlässt und sich auch leise verhält, denke ich, dass man vielleicht gar nicht unbedingt hart bestraft wird. Abgesehen vom Sonderfall Tirol, bei den finanziellen Interessen im Vordergrund zu stehen scheinen.

Tipp: Freundlich sein – versetz dich in die Lage der Person

Wenn mich ein Förster beim Zelten sieht würde ich auf jeden Fall freundlich grüßen und das Gespräch mit ihm suchen. Es macht auch Sinn sich in die Lage der anderen Person zu versetzen. Du bist ein Jäger oder Förster und siehst wie jemand in deinem Wald campiert.. Da fragst du dich doch, was ist das für einer? Macht der etwas kaputt?

Tipps: Möglich weit weg von Menschen

Um Konflikte zu vermeiden suche ich Gebiete in denen es unwahrscheinlich ist, dass Menschen vorbeikommen. Es gibt auch viele Waldgebiete in denen kaum ein Mensch vorbeikommt. Wer einfach einmal total abschalten möchte und ein richtiges Naturabenteuer erleben möchte kann ja hier sein Glück suchen.

Bushcraft mit Tarnnetz

Zelten mit Tarnnetz Bei meinen Bushcraft Touren habe ich auch meistens ein Tarnnetz dabei. Das wirkt auf den ersten Blick etwas militaristisch, hat aber durchaus seinen Sinn. Denn ein normales Zelt fällt oft schon von weiter Entfernung im Wald auf. Menschen die ein Zelt sehen, werden vielleicht neugierig oder sogar nervös. Ein gut getarntes Zelt fällt dem menschlichen Auge nicht auf und alle beteiligten haben ihren Frieden.

Pfeil und Bogen selber bauen

Bogenschießen als zeitloses Hobby

Ein Bogen aus Holz zu basteln hat viele Vorteile. Erst in den Wald spazieren um den perfekten Holz Rohling zu finden und dann als Heimwerker seinen eigenen Bogen basteln. Schließlich kommt der große Moment, waren die Bemühungen erfolgreich und ist der Langbogen treffsicher?

Schon die frühen Menschen sind mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gegangen, tausende Jahre galt der Langbogen noch als Waffe. Doch auch heute ist Bogenschießen nach wie vor ein beliebtes Freizeit Hobby. Besonders die Fokussierung auf das Ziel und das Zusammenspiel von Körper und Geist machen es zum idealen Hobby für Menschen die gerne einen Ausgleich zum Alltag vor dem Bildschirm suchen.

Survival Bogen

Der Fall, dass wir in Mitteleuropa einmal in eine Situation kommen, in der wir zum Überleben auf Pfeil und Bogen angewiesen sind ist glücklicherweise sehr unwahrscheinlich. Für den Fall der Fälle ist ein Langbogen aber das ideale Werkzeug, da man alle Rohstoffe in der Natur finden kann und sogar jagen könnte.

Pfeil und Bogen bauen

Welches Holz eignet sich?

In Mitteleuropa sind die beliebtesten Hölzer Haselnuss und Esche.  Wichtig bei der Auswahl des Rohlings ist, dass das Holz möglichst gerade ist und keine Astgabelungen hat. Bei meinen eigenen Rohlingen habe ich gemerkt, dass es wichtig ist frisches Holz zu nehmen, da Holz das man vom Boden nimmt leichter brechen kann.

Bogenbau mit Holz

Als erster Schritt wird in der Mitte des Langbogens ein etwa 30 cm langes Griffstück eingezeichnet.  Die Bauchseite ist jene Seite, die später unserem Körper zugewandt ist. An dieser Bauchseite bearbeiten wir das Holz so, dass es nach außen hin immer dünner wird.  

Hinweis: Ich bin bei meinen Bögen vom Schnitzen auf die Raspel umgestiegen. Beim Schnitzen besteht die Gefahr, dass versehentlich einmal zu viel Holz abgetragen wird und beim Raspeln wird das Holz in Millimeterarbeit abgetragen.

Wenn sich beide Enden gleichmäßig biegen ist der Langbogen fertig. Die Sehne sollte sich anfangs gerade noch festmachen lassen. Wenn man die Sehne eine ganze Nacht gespannt lässt bekommt der Bogen eine natürliche Biegung und die Sehne wird so locker sitzen, dass sie sogar nachgespannt werden kann.

Material der Bogensehne

Ich nutze eine gekaufte Sehne aus Polyester. Der Vorteil ist, dass sie extrem effizient ist, also sehr stabil aber dem Pfeil auch viel Energie mit auf den Flug gibt. Eine Sehne nimmt auch wenig Platz weg und passt auch gut in jeden Survival- oder Wanderrucksack.

In einer extremen Survival Situation kann die Sehne auch aus Brennesselfasern, die zu einem Seif geflochten werden, hergestellt werden. Die frühen Menschen haben Tiersehnen verwendet. Die meisten Hobbybastler knüpfen sich einfach eine Sehne aus Garn.  

Pfeil und Bogen schießen

Bogenschießen ist eine extrem vielfältige Sportart. Ein Steinzeitlicher Jagdbogen verhält sich natürlich ganz anders, als ein Sportbogen eines Olympiasportlers.  

Was gilt es zu beachten?

  • Schulterbreiter Stand
  • Der Pfeil wird zwischen Daumen und Zeigefinger gespannt
  • Der Bogen ist auf einer virtuellen Linie mit dem Ziel
  • Bei größerem Abstand etwas höher Zielen

Schutzkleidung

Es ist sehr wichtig einen Armschutz zu tragen, denn wenn der Pfeil losgelassen wird, spickt die Sehne explosiv weg und kann die Haut aufschürfen. Ich schieße daher immer mit einem langen Pullover und Fitnesshandschuhen.

Wie finde ich den passenden Pfeil?

Ich selbst habe unterschiedliche Pfeile getestet, das beste Ergebnis habe ich mit gekauften Fieberglas Pfeilen gemacht. Damit lässt es sich auf Distanzen von über 10 Meter sehr gut zielen. Wenn man selbst Pfeile baut ist es wiederum wichtig, dass man gerade Hölzer nimmt.

Vorne wird der Pfeil etwas angespitzt und hinten bekommt er eine kleine Einkerbung für die Bogensehne. Entscheiden ist, dass ein Flugbahn stabilisierendes Element befestigt wird. Als natürliches Material kann daher hinten noch eine Vogelfeder befestigt werden.

Wo darf man Bogenschießen?

Ein Langbogen ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Sportgerät und keine Waffe. Dennoch sollte ein Ort ausgewählt werden, bei dem ohne Gefährdung geschossen werden kann. Ideal ist hierfür ein großer Garten oder auch ein menschenleerer Wald.

Die Regelungen sind im deutschsprachigen Raum sehr ähnlich. Mehr dazu gibt es im Artikel Leben im Wald, darf man das?